...in London 2012

 

Im Olympia-Jahr 2012 haben wir uns entschlossen, nach London zu reisen. Allerdings nach der Olympiade!

Man kann sagen, dass alles ein Schnellschuss war. Idee geboren, Termin festgelegt und dann kurzfristig angefangen, eine Ferienwohnung und die passenden Flüge zu suchen. Das Ergebnis war okay. Der Flug ging ab Frankfurt und war trotzdem bezahlbar, Die Ferienwohnung lag in Dollis Hill, was nicht unbedingt die harmloseste Gegend laut Kriminalstatistik ist. Allerdings entpuppte sich die Gegend im Nachhinein als völlig akzeptabel.

Wir haben uns entschlossen, den London-Pass zu buchen. Mit diesem Teil kann man die ganze Zeit die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und hat bei vielen Sehenswürdigkeiten und Museen Vorteile. Mal ist es der Eintrittspreis, der reduziert wird, manchmal kann man einen separaten Eingang nutzen und erspart sich das nervende Schlangestehen mit Hunderten Besuchern, die vor einem stehen. Der Pass hat sich wirklich gelohnt und kann von uns uneingeschränkt empfohlen werden. Doch kommen wir erstmal zu Dollis Hill.

Dollis Hill ist ein Stadtteil im Nordwesten von London. Die Bewohner sind überwiegend aus der Unter- und Mittelschicht. Vom eigenen Eindruck her sind es überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund. Man sieht viele Inder, Pakistanis, Srilankis und arabisch-stämmige Menschen in den Straßen. Es gibt mehrere religiöse Zentren der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen. Moslems, Hindus, Buddhisten, Christen und so weiter leben miteinander in diesem Stadtteil.
Diese Mischung bietet natürlich auch eine Vielfalt an Nahrungsangeboten vom "kleinen Imbiss" bis zum "ordentlichen Restaurant". Das gilt auch für die Lebensmittelläden und Supermärkte, die ein unvorstellbares Angebot an exotischem Obst, Fleisch, Fisch und allem anderen anbieten. 
Wir kamen uns teilweise vor wie auf Sri Lanka. Die Vielfalt der optischen Eindrücke wurde nur noch durch die Aromen in der Luft übertroffen.
Die Fahrzeuge in dieser Region erinnerten allerdings auch an Sri Lanka oder den Orient. Es waren im Allgemeinen Kleinwagen, die nicht wirklich das Vertrauen in die Technik und Verkehrstüchtigkeit stärkten.
Egal, Underground und Bus-Stop lagen nur ein paar Meter von unserer Wohnung entfernt und wurden eifrig genutzt. Aber immer mit dem Satz "Please mind the Gap between the Train and the Platform"! Wer schon in London war, kennt den Satz!
Fazit: Dollis Hill ist als Location absolut okay und dank der guten öffentlichen Verkehrsanbindung für den Städtereisenden, der keine Unsummen ausgeben will geeignet.


Wir haben reichlich Erkundungstouren durch London und die dortigen Sehenswürdigkeiten gemacht. Auf dem Programm standen Der Tower, die Tower Bridge, der Buckingham Palast, diverse Parks, Portobello, um nur einige zu nennen. Selbstverständlich waren auch die berühmten Kirchen nicht vor uns sicher und ein wenig Entertainment in Form von Gruseltour und Ähnlichem mußte auch sein. Wir haben es vorgezogen, nicht den Klassiker Wachsfigurenkabinett oder London Dungeon zu besuchen, sondern die London Bridge Experience ausgewählt. War ein voller Erfolg! Sehr unterhaltsam, gruselig und mit netten Effekten gespickt. Marion war begeistert und hat sich teilweise sehr heftig erschrecken lassen. Ist schon krass, wenn man U-Bahngeräusche hört und auf einmal unter krachen ein Zug vor einem durch die Wand kommt. Auch der Wahnsinnige, der mit der Kettensäge durch den Raum läuft und das mit dem irren Blick eines Killers und laufender Säge...
Fazit: Wer auf sowas steht, sollte die Experience unbedingt besuchen!


Für Freunde der Akustik, hat die Whispering Gallery in der Kuppel von St. Pauls Cathedral natürlich eine magische Anziehung. Leider hatte Marion Probleme mit dem Fuß, sodass ich alleine in die Kuppel kletterte, um den akustischen Effekt zu testen. Es funktioniert wirklich! Ich sprach einfach in der Kuppel ein junges Paar an, ob sie mir beim Soundcheck behilflich sein könnten. Sie haben sofort ja gesagt und schon konnten wir uns von der einen Seite der Kuppel bis zur anderen zuflüstern. Der Effekt ist wirklich erstaunlich! Wer da ist, sollte es probieren. Sollte die Kondition mitspielen und keine Höhenangst vorhanden sein, lohnt sich der Aufstieg bis zum höchsten Punkt der Kuppel. Teilweise findet dieser auch über Wege und Stiegen an der Außenfassade entlang statt. Man hat hier eine wirklich tolle Aussicht über London. Wir hatten das Pech, dass ausgerechnet an diesem Tag regnerisches Wetter war. Mit Sonne wäre es noch schöner gewesen. Durch die Feuchtigkeit bedingt, war die Sicht vom obersten Punkt der Kuppel auf das Bodenmosaik auch etwas getrübt. Die Schutzscheibe war halt sehr stark beschlagen. Trotzdem ein beeindruckender Anblick!
Fazit: Ein Besuch der Kirchen Londons lohnt sich immer (Nicht nur St. Pauls Cathedral)!


Wer ein wenig majestätischen Pomp erleben will, sollte sich auf jeden Fall den Wachwechsel im Buckingham Palast ansehen. Den besten Blick hat man Gegenüber des Hauptportals. Es ist allerdings besonders bei gutem Wetter mit unglaublichen Besuchermengen zu rechnen. Plätze am besten mindestens 45 Minuten vor Beginn sichern. Die Zeiten der Wachwechsel findet man im Internet. Sie variieren je nach Jahreszeit. 
Leider war während unseres Aufenthaltes keine Veranstaltung an den Stallungen der Horseguards, die noch beeindruckender sind.
Ein Wachwechsel flößt einem eine gewisse Ehrfurcht ein. Die Uniformen, die Reinlichkeit und Sorgfalt, mit der alles herausgeputzt wird, die Perfektion im Ablauf und das Ambiente sind einfach einzigartig. Wir haben darin eine tolle Einstimmung für einen Besuch im Tower gesehen.
Der Tower ist natürlich Geschichte pur. Das reicht von den Anfängen der Monarchie Englands bis in die heutige Zeit Großbritanniens. Die verschiedenen Ausstellungen im Bereich des weitläufigen Geländes sind absolut sehenswert. Marion (als Pferde-Fan) war natürlich besonders davon angetan, dass in der Festung ein Teil er Ausstellung den königlichen Pferden gewidmet ist. Sie sind dort in originaler Größe und Farbe als Holzpferde vorhanden. Hier befinden sich auch die Rüstungen derer, die auf ihnen in die Schlacht geritten sind.
Die Ausstellung der Kronjuwelen komplettieren den Eindruck und das Gesamtkonzept des Towers und der dortigen Sehenswürdigkeiten. Ein Eindruck, der nach dem Besuch erstmal sacken muss. Das geht am besten bei einer leckeren Portion Fish'n'Chips in einem gemütlichen Pub. Dazu ein gepflegtes Helles oder auch Dunkles (je nach Geschmack), und der Tag kann nur ein Guter Tag sein!
Fazit: Wer sich ein wenig für Geschichte interessiert, findet davon reichlich in der Stadt der Royals.


In London ist jeder Spaziergang ein Erlebnis. Man findet an jeder Straßenecke neue Eindrücke. Besonderen Flair strahlt das Nebeneinander der alten und sehr geschichtsträchtigen Gebäude mit den neuen architektonischen Wundern aus Stahl und Glas aus. Man kommt aus einer altmodischen U-Bahn-Station und steht vor einem Wolkenkratzer, in dem sich der Himmel spiegelt, oder auch umgekehrt. Man steigt an einer modernen Station aus und steht vor alten Gebäuden.
So ergibt sich das gesamte Stadtbild. Immer aufs Neue ist der krasse Kontrast zwischen alt und neu zu finden, der aber in sehr harmonischer Art den Charakter der Stadt widerspiegelt. 
Eine Welt für sich ist u.a. die Portobello Road und das gesamte Viertel um diese Straße. Hier reihen sich Marktstände aneinander, Secondhand-Läden, Trödler, Antikhändler etc. Die dargebotenen Dinge reichen von Lebensmitteln bis hin zu Gerätschaften, die man noch nie gesehen hat. Man trifft hier vom Althippie über den Yuppie bis zum Professor jeden Menschenschlag aus allen sozialen Schichten an. Manche suchen etwas, andere wollen es einfach nur finden. Eine gelungene Mixtur.
Fazit: Für jeden etwas - London bietet eine unglaubliche Vielfalt!


Um ein Resümee zu ziehen, kann man nur sagen, dass London eine Reise Wert ist. Ob nur ein Kurztrip für ein verlängertes Wochenende, oder ein längerer Aufenthalt ist relativ egal. Man kommt auf jeden Fall mit einer Menge an Eindrücken zurück. Für Marion war es der erste Besuch dieser wunderschönen Stadt und sie war absolut begeistert. Ihr Ergebnis stand in der Form "Ich will da nochmal hin!" eindeutig fest. Für mich war es nicht der erste Besuch, aber hoffentlich auch nicht der letzte! Ich war früher schon sehr angetan von allen Facetten, die London zu bieten hat. Mal ehrlich gesagt, man muss ja nicht unbedingt auf Pfefferminz-Sauce zum Steak stehen! Es gibt genug andere Möglichkeiten, sich zu ernähren. Wenn es uns möglich ist, werden wir definitiv wieder nach London reisen. Ob für einen Kurztrip oder für länger, wird sich finden. Ich werde bei Gelegenheit meine Fotoseite verlinken, da gibt es dann noch mehr Bilder.


 

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